So ein klitzekleiner Amoklauf …

… in der Stimmung wäre ich jedenfalls.

Wo fange ich an? Vielleicht bei der Stellwerkstörung in Minden; die aber seit ca. Mittag behoben war, wie z. B. der WDR mit Stand 16:11 berichtete:

Der Bahnverkehr zwischen Dortmund und Hannover läuft wieder normal. Der Schaden in einem Stellwerk in Minden konnte am Freitagmittag behoben werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Dort war am frühen Morgen die interne Stromversorgung ausgefallen. Es gab Verspätungen bis zu einer Stunde. Fernzüge wurden zum Teil über Alteenbeken umgeleitet. Im Regionalverkehr wurden zwischen Löhne und Minden Busse als Ersatzverkehr eingesetzt.

Auch lt. bahn.de waren so ab 15 Uhr alle Züge gen Westen wieder planmäßig. Also, nichts böses vermutend zum Hauptbahnhof, Abfahrt 17:48 von Gleis 5 lt. Plan.

Nur, auf Gleis 5 war der ICE nicht vorgesehen; ein bißchen Datenvolumen verbraten und, ha!, online heißt es in trendigem rot, Abfahrtsgleis nun Gleis 13. Toll. Hätte ich doch noch in die Lounge gekonnt … Statt dessen halt auf dem windigen Obergleis bibbern. Nunja.

Aber: der ICE 844 kommt pünktlich an. Dank Reservierung gehe ich also entspannt zu meinem Platz in Wagen 27. Setze mich, und höre die erste Kacknachricht der Bahn heute: weil man auf Zuggäste eines anderen Zuges warte, verzögere sich die Abfahrt. Super, ich habe ja auch üppige 7 Minuten in Bielefeld zum Umsteigen, 7 Minuten, die der ICE auf der Strecke im Normalfall schon gerne liegenläßt.

Mit schließlich 10 Minuten Verspätung verlassen wir dann den Hauptbahnhof gen Westen. Noch kann es klappen …

Dann warte ich mal auf den Am-Platz-Service, mein Magen hängt nämlich sonstwo.

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Danke, liebe Bahn. Zahlen müßt Ihr ja nicht, aber ich darf mir in BI den Arsch abfrieren :(

Tah-dah, Kacknachricht Nummer zwei heute: leider ein geschlossener Speisewagen wegen eines »technischen Defektes« im 20er Zugteil, yeah! Aber, tröstlich: nur bis Hannover. WTF?! Welchen technischen Defekt löst die Einfahrt in den Bahnhof Hannovers? Ach, auch egal. Hauptsache, der ICE holt die blöde Verspätung raus …

Aber ich habe natürlich die Rechnung ohne die Bahn gemacht: in Spandau dann Kacknachricht Nummer drei. Man habe einen Regionalzug vorgelassen, der nun uns auf den nächsten Bahnhöfen noch mehr Zeit klauen werde, bis Wolfsburg dann so insgesamt +20, schallte es auf dem Lautsprecher. Außer »Arsch offen?!« fällt mir nichts mehr ein.

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Selbst im Bahn­hof Wolfs­burg Packet­loss ohne Ende :(

Aber immerhin, hier in der 1. Klasse habe ich ja erstklassig und kostenfrei Internetzugang über den Telekom-Hotspot; vertreibe ich mir die zwangsweise aufgenötigte Zeit halt im Netz.

Aber auch hier wieder: denkste, Puppe!

Mit 6% Packetloss im stehenden ICE und 30+% Packetloss unterwegs, ist alles zäh, gefühlt lahm und nur auf dem Papier besser als vor der T-Hotspot-im-ICE-Zeit.

Eine Reise zum Vergessen. Zu der im Zug ein QR-Code gezeigt wurde, den man scannen und dann dort seine Meinung zu dieser Reise hinterlassen sollte. Ich denke, ich habe meine Sicht der Dinge dargestellt; es ist ein Unding, daß willkürlich Fahrgästen Anschlüsse kaputtgemacht werden, damit andere, die das Pech eines verspäteten Zuges haben, nicht in die auszahlungspflichtigen Verspätungsdauern laufen! Dies kann nur verhindert werden, wenn die Bahn ab einer Verspätung von 10 Minuten je Minute Verspätung 1% des Ticketpreises, Maximum bei 150%, zurückerstatten müßte. Was derzeit passiert, ist jedenfalls Leidensoptimierung bei den Fahrgästen, um Kostenminimierung bei den Erstattungen zu erreichen. Narf!