»… und wir saufen immer noch ohne Verstand.«

Danach ist mir jedenfalls heute abend. IPv6 bereitet physische Schmerzen, weil es an allen Ecken und Kanten knarzt :-(

Mobilfunkanbieter – die, die den Bedarf an frischen IP-Adressen zu verantworten haben – sind ja leider eher rückständig, IPv6 gibt’s grade mal, mit Glück, in einem der vier deutschen Netze.

Am ferien-verlängerten Wochenende bei Schwiegerelterns auf Mobilfunk-Internet angewiesen, wollte ich mir also »mal eben schnell« einen v6-Tunnel her legen. Gute acht Stunden später bin ich dem Wahnsinn näher, als es Donald Trump je sein wird.

Verdammte Axt, ey! Erster Ansatz war, nehme ich doch einfach einen OpenWRT-Router, grabe einen v4-Tunnel zu meiner Hetzner-Büchse und schmeiße da ein v6-Transfernetz mit drauf. Route hinzu, fertig der Gourmet-Fraß.

Aber ich habe die Rechnung ohne die cuten Coder gemacht: »tun-ipv6« frißt der Client nicht im nicht-Client-Mode. Und soll der Server als »mode server« laufen (und damit der Client als »client«), ist TLS zwingend — meine PSK – Pre-Shared-Keys – kann ich im Smølland abgeben.

Ok, »fickt Euch«, dachte ich mir, »dann lege ich eben durch den OpenVPN- einen GRE-Tunnel, um das bekiffte v6 abzukippen«, ismirdochegal. Das klappte auch — nach drölfzig Stunden Konfiguration auf Shell. Nur: nach Reboot klappte es nicht mehr, warum auch immer. (Naja, der GRE-durch-OpenVPN-Tunnel läuft rattengeil — nur, da OpenWRT das v6-Netz nicht ankündigt, hat da keiner was von.)

Ausgangslage ist: ich will auf »lan«, also dem »br-lan«-Interface, 2016:f5c4:40u:fff0::/64 per RA/DHCPv6 als Netz ankündigen lassen. Und das geht irgendwie um’s verrecken nicht, jedenfalls nicht mit »option ip6addr …« und »option ip6prefix …« auf »interface lan6«. Nach einer Stunde des Studiums der OpenWRT-Dokumentation und experimentaler Umsetzung, aber noch immer keinem verfickten Accouncment beim (WiFi-) Client, hatte ich dann die Nase voll.

Ich vermute ja, daß irgendwelche coolen Annahmen bei OpenWRT mir mein Vorhaben verhageln. Einen v6-Präfix »magisch« auf die Kiste zu zaubern und dann stumpf über die br-lan zu verteilen, ist scheinbar nicht vorgesehen. Habe jedenfalls die Schnauze gestrichen voll von der OpenWRT-Kacke, jetzt kommt da halt ein RPi3 hin, mit ganz normalem Debian/Ubuntu, und Ruhe ist. Pseudointelligente Kacksoftware konnte ich noch nie leiden …