AVMs Fritz!OS: Complete and utter failure

Traue AVM nur soweit, wie Du den Laden werfen kannst.

Nachdem AVM in den letzten Firmware-Versionen das Ethernet der 7270 karpott-gepatcht hat (unregelmäßiger Totalausfall des Ethernets), hatte ich nun die Nase voll und wollte meine Wohnzimmer-7270v3 durch eine 7490 ersetzen. Ist ja heute auch kein Problem mehr, Konfiguration speichern, Konfiguration laden, feddich.

Aber nicht bei 7270 nach 7490, gar wenn die 7270 IP-Client war. Fakt ist, dieses Backup …

-rw-rw-r-- 1 wusel wusel  605K Dez 13 01:32 FRITZ.Box Fon WLAN 7270 v3 74.06.05_13.12.16_0131_FB-Whz.export

… auf eine auf konfigurierte 7490 gespielt, ergibt eine 7490 mit dem alten Passwort und dysfunktionaler Konfiguration. Also schnell Werkseinstellungen geladen, und erneut das Backup eingespielt. Alle Parameter übernehmen lassen. Resultat: keine Antwort der 7490 auf ihre IP-Adresse, somit auch kein Zugriff auf das Gerät (ich habe 5+ FBs im LAN, als IP-Client — 169.254.1.1 beantwortet irgendeine Box, aber *nicht* die 7490, selbst wenn ich per WLAN verbunden bin).

Da die FB als IP-Client arbeiten soll (und somit per SIP sämtliche Telefonie abwickeln), ist ohne LAN nix los. Ja, der Uplink steckt auf LAN1. Natürlich. Und ja, der Import-Assistent hat brav ein Fenster eingeblendet, die FB sei nach Reboot unter 192.168.5.229 erreichbar. Nur: dem ist nicht so.

Ich bin es wirklich leid. Warum ich mir diesen Firmware-Dreck noch immer antue? Relativ einfach: der Rest ist noch einmal um mindestens eine Größenordnung »mehr scheiße« :-( Aber die am wenigstens stinkende Lösung zu sein? Nunja, manchen Firmen reicht das als Ziel. Daher setze ich mittlerweile für WLAN (wieder) auf OpenWRT/LEDE; nur, wenn »Telefonie« benötigt wird, setze ich noch AVM-Produkte ein.

An sich war die Fritz-Box-Firmware mal stabil und gut; aber heute gilt es leider nicht mehr, eine sichere und stabile Firmware auszuliefern, heute zählen Features, Features, Features. Mit jedem neuen Feature steigt die Komplexität des Codes und die zu prüfenden Fälle — und da Testing echtes Geld kostet, fallen »Edge-Cases« wie das Upgrade von Version 6.05 auf 6.50 bei Hardware-Wechsel und IP-Client-Nutzung offensichtlich einfach aus dem Raster.

(HW-Austausch 7490-UI gegen 7490-o2, beide auf 6.60, klappte am Sonntag problemlos. Nur: das klappte auch schon zu Zeiten der 7170, möge sie in Frieden ruhen. Fritz!OS ermöglicht ja gerade das »cross-grading«, die Datenübernahme über Versions- und Gerätegrenzen hinweg. Daß dies von der Ex-Flagschiff-Box zur akuellen Flagschiff-Box nicht tut, belegt die fehlende Sorgfalt bei AVM.)

4 thoughts on “AVMs Fritz!OS: Complete and utter failure

  1. Mich wundern immer wieder Deine mir völlig unrealistisch erscheinenden Ansprüche. :-) Telefon-/Internet-Anbieter, die für ein paar Euro im Monat nicht nur zeitnah Störungen beheben sollen, sondern dann auch noch Terminabsprachen akzeptieren, und jetzt das Einspielen einer gesicherten Konfiguration auf einem anderen Gerät …

    Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass das funktioniert, und ich würde auch davon ausgehen, dass der Termin für einen Technikebesuch vom Anbieter vorgegeben und bestenfalls überhaupt eingehalten wird. Kein Wunder, dass die Realität Dich immer wieder enttäuscht. :-)

    • Der Treppenwitz der Geschichte ist ja, daß das »meistens« klappt. Den Alice-Anschluß in Berlin, der beim Umzug vom EG ins 1. OG von Hansenet-ISDN auf Telekom-BSA geändert wurde, konnte ich mit einer 7490 problemlos in Betrieb nehmen — und die Config dann erfolgreich auf einer 7340 einspielen. Und die 7490 hat »Resourcen satt« (CPU, RAM, Flash), könnte also die Config ausweiden und anpassen. Aber augenscheinlich hat AVM beim IP-Client-Kram soviel hin- und hergeändert, ohne die Datenübernahme auch zu testen, daß so ein Desaster herauskommt.

  2. In der Wortwahl völlig überzogene (complete failure – really?) Negativ-PR, wie Deine hier, bewirkt nur, dass solche Edge-Cases zukünftig einfach verboten werden. Bisher hebt sich AVM da wohltuend von anderen Anbietern ab. Wer sich solche kühnen Aktionen traut, hat bisher wenigstens noch die Chance, dass das Vorhaben funktioniert.

    • Siehe Nachtragsbeitrag, jenseits der Information »IP-Client« wurde alles so falsch übernommen, daß keine nutzbare Konfiguration herauskommen *kann*. Das IST »complete failure«, und es wäre für die Nutzer klar besser, wenn AVM diesen Fall als »Übernahme nicht möglich« flaggen würde, anstatt so einen Datenmüll zu erzeugen — und mit dem Hinweis, daß die 7490 zukünftig unter der fest vergebenen IP erreichbar wäre, den Nutzer auch noch in Sicherheit zu wiegen.

      Ich sage nicht, das sei Absicht. Aber es paßt ins Bild eines zunehmend schlampig arbeitenden Unternehmens — wie sonst ›vergißt‹ man Autorisierungsschlüssel in der Firmware? Noch ist AVM ziemlich weit vorne, die kontinuierliche Weiterentwicklung rechne ich ihnen auch hoch an — großer Abstand zum nächsten Anbieter in dem Preissegment, kein Frage. Aber es häufen sich die grundlegenden Probleme; IPv6 funktioniert bis heute in keiner stabilen Firmware korrekt, und das, obwohl auch hier AVM mit der Fritz!Box schon lange »im Prinzip« Vorreiter war. Besonders bitter ist das für die Nutzer von 7270, 7570 und Co., wo AVM die Aktualisierung der Firmware eingestellt hat.

Comments are closed.