»Partial Rerouting«, eine ISDN-Odyssee

Das mit dem Griff ins Klo muß ich nicht mehr perfektionieren …

Frohes Neues Jahr ;)

Mit ISDN kenne ich mich aus — dachte ich. Aktuell kämpfe ich mit einer Fritzbox (7490) am ISDN-Anlagenanschluß und der nicht funktionierenden Anrufweiterschaltung ›in der Vermittlungsstelle‹. Was beim Mehrgeräteanschluß problemlos funktioniert, ist beim Anlagenanschluß offensichtlich diffiziler. Es gibt wohl ein Dienstmerkmal »Call Deflection Partial Rerouting« (»CDPR« oder »CD(PR)«) — sagt das Netz. Demnach läuft es beim Anlagenanschluß so, daß ein signalisierter Anruf von der ISDN-Anlage an die neue Zielrufnummer »verwiesen« würde. Schön, kann ja eigentlich nicht schwer sein, statt mit »foo« mit »bar« zu antworten, wenn ein Anruf im D-Kanal signalisiert wird, oder?

Die Telekom-Geschäftskundenhotline meinte heute, davon hätte man noch nichts gehört, ein solches Merkmal wäre auch nicht buchbar, der fragliche Anlagenanschluß sei standardgemäß konfiguriert (lt. 2016er Leistungsbeschreibung ist Rufumleitung pro Durchwahl beinhaltet; nur ist der Anschluß ca. 7+ Jahre alt) und insbesondere kein Merkmal deaktiviert. Und die Kollegin, die ISDN-Anlagenanschlüsse vertreibe, hätte gesagt, das müsse »in der Anlage« gemacht werden. Mit letzterem hat die Kollegin wohl auch recht, aber daß das Dienstmerkmal bei der Hotline chronisch unbekannt wäre, und oftmals eben nicht aktiviert, liest man genauso deutlich im Netz. Hmm.

Ob Fritz!OS 6.60 dieses Feature im dokumentierten, nicht zugesicherten Feature »Betrieb am ISDN-Anlagenanschluß« unterstützt, ist leider nicht klar; eindeutige Hinweise, daß es ginge, habe ich nicht gefunden — das Gegenteil auch nicht.

Ein Tweet an AVM brachte nicht wirklich Aufklärung, auch die angeforderte DM nicht — immerhin ist nun ein Ticket offen, fraglich nur, ob AVM schon realisiert hat, daß man »den störungsfreien Betrieb der FRITZ!Box am ISDN-Anlagenanschluss allerdings nicht zu[sichert]«?

Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen, ebenso für Asterisk mit HFC-ISDN-Karte, was als TK-Alternative zur Fritz!Box noch eine Option wäre. Nur habe ich das Gefühl, daß ISDN-Karten seit 5+ Jahren nicht mehr wirklich von Linux unterstützt werden, und auch bei der Asterisk-Unterstützung habe ich keine taufrischen Berichte gefunden (das frischeste war für Debian Jessie, immerhin). Aber dort gibt’s (oder ist die Vergangenheitsform richtiger?) ja Treiber für CAPI und für aktive ISDN-Karten und für passive mit HFC-Chips, ich habe noch »zaptel« bzw. »zapata« im Hinterkopf, heute über »mISDN« und »DAHDI« was gelesen — ob bzw. was davon allerdings a) generell am Anlagenanschluß tut und b) dort Rufumleitungen korrekt steuern kann, das wurde eher nicht klar. (Nur, daß vor ca. 10 Jahren es über den CAPI-Ansatz noch nicht ging, habe ich verstanden *sigh*)

Da ISDN sowieso absehbar stirbt – auch wenn die Telekom diesen Anschluß noch nicht mit Kündigung bedroht hat – und der Wechsel auf SIP geplant ist, geht es mir nicht um Alternativen; ›Fritten‹ sind da, und notfalls auch PC-Hardware mit PCI-Slot für die HFC-ISDN-Karte (gut, daß ich nicht alle historische Hardware vor ca. 10 Monaten entsorgt habe ;)), wenn’s mit einer dieser Optionen geht, wüßte ich dies gerne. Daß es mit anderen ISDN-Anlagen funktionieren mag, hilft eher weniger, denn die Endgeräte sind eh’ schon alles SIP-Telefone und die Rufumleitung soll nur etwas Luft verschaffen bis zur Umstellung auf SIP …

Different challenge, different year ;)