Ungeplant

Es war in der Tat nicht der Plan, daß hier Politik-Themen Überhand nehmen. Aber wir leben offensichtlich in interessanten Zeiten.

Sie spricht nun also doch mit der Union, die alte Tante SPD. Wären Politiker als ehrliche Menschen angesehen, müßte schon jetzt Martin seine 100% und sonstigen Sachen packen und in Sack und Asche von Dannen ziehen. Nunja, da der Bürger, auch nach Ansicht von Politikforschern, Wahlversprechen eher als Ver-Sprechen wahr- und damit nicht ernst nimmt, kann Martin Schulz weiter der SPD vorstehen.

Unsympath Stegner wechselt seine Forderungen auch eher kurzfristig, naja, ich hoffe, er ist auch demnächst Politikrentner … Für mich steht nach wie vor fest, daß es keine Neuauflage der ›Großen Koalition‹, die nun ja nur noch ca. 53 Prozent stellte und somit nicht mal mehr eine ›große Koalition‹ darstellte, geben darf.

Letztlich ist doch die Frage, die die CDU lautstark zu diskutieren vermeidet: wenn weder der bisherige Koalitionspartner noch neue potentielle mit der Status-Quo-CDU eine Regierung bilden wollen: stimmt vielleicht einfach das Angebot, politisch wie personell, auf Unionsseite nicht? Um eine beliebte Politikerfloskel zu bemühen: Es kann doch nicht sein, daß … die CDU mit krachendem Stimmenverlust sich hinstellt und den anderen Parteien zur Aufgabe macht, sich jetzt mal als Braut hübsch zu machen, damit die CDU so weiter machen kann wie bisher. (Gilt umso mehr für die CSU, aber über Splitterparteien mit sechs Komma irgendwas Prozent geht’s hier nicht.)

Wenn das Pferd tot ist, solle man absteigen, heißt es. Die Kanzlerschaft Merkel riecht schon streng …

Die SPD ist abgestiegen – also, wird abgestiegen sein, wenn es mal eine neue Regierung gibt – und sollte tunlichst nicht wieder aufsteigen.
Ich finde das Konstrukt der Duldung gar nicht mal so schlecht: Union und SPD einigen sich, vertraglich, über Grundzüge der Außenpolitik, sodaß hier die verbal so strapazierte Verläßlichkeit gegeben ist — innenpolitisch mag Merkel gucken, wo sie bleibt, wer ihr den Steigbügelhalter für die vierte Amtszeit macht.