Gegenmaßnahmen (#SPIT)

Seit längerem nerven mich Werbe- und (angebliche?) Meinungsforschungsanrufe, ins­be­son­dere auf nicht gelisteten Telefonnummern (→ Dialer). Jetzt wird zu­rück­ge­schla­gen.

Schon vor Jahren wurde ich auf eine Live-Abfrage der Tellows-Datenbank aus Asterisk bei eingehenden Anrufen aufmerksam und hatte das im Asterisk im RZ auch integriert. Allerdings war seinerzeit die Anbindung Fritzbox ↔ VPN-Tunnel ↔ Asterisk im RZ ↔ VPN-Tunnel ↔ Fritzbox nicht so optimal, u. a. durch die 20-50 ms Laufzeit je Weg.

Heute aber läuft ein Asterisk auf einer VM im Keller, die Laufzeiten liegen also im ein­stelligen Mil­li­sekun­den­bereich und tun somit nicht mehr wirk­lich weh.

Nach­dem ich nun meine heimische Telefonie von ISDN auf SIP, und hier mit einem Asterisk in der Mitte (Internet-Fritzbox ↔ Asterisk und Asterisk ↔ Wohnzimmer-Fritzbox (DECT, ISDN, Analog), um­gestellt habe, konnte auch die Überprüfung und ggf. Sonderbehandlung von Call­cen­ter­an­rufen vorgenommen werden.

Kurzum: Bekannte Telemarketing-, Umfrage- oder sonstige Nervanrufer werden, sofern der Tellows-Score dies für geboten halten läßt, nun mit einer automatischen Ansage beglückt: »Ihre Rufnummer wird häufig mit … in Verbindung gebracht, blablabla. Dieser Anruf wird aufgezeichnet und gleich durchgestellt; wenn Sie dies nicht wollen, können Sie nun auflegen.« (Wer sich nicht erst einen Asterisk aufsetzen will und selbst mal als Televermarkter erkannt und behandelt werden will, kann das unter 032-228837369 tun. Anstelle des Weitervermittelns kommt nach wenigen Sekunden die Ansage, die der interne Teilnehmer vor der Verbindung hören würde und dann geht’s in den Echotest — ich will ja nicht Televermarkter abschrecken und stattdessen andere Spaßvögel in der Leitung haben ;))

Klappt bislang super, es haben alle brav aufgelegt ;)

BTW, der Initiator dieser Lösung, Max Grobecker, hat auch noch einen aktuelleren Streich auf Lager und aus dem le­gen­där­en Ge­wit­ter-Omi-Mit­schnitt sich was Neues zu­recht­ge­zim­mert.

Es gibt auch eine andere Lösung mit Sprachdateien, ich hatte die auch mal kurz am Start, aber irgendwie hatten die Anrufer keine große Lust auf eine Unterhalung. Aber im Grunde läuft das so ähnlich wie Max’ Gewitteromi; auch wenn letzte etwas ausgefeilter daherkommt ;)

Aus $Gründen habe ich auch für ein paar Monate verstärktes Interesse an einer Rufnummer in nordamerikanischen Nummernplan, konkret einer Rufnummer in Kanada — und als Abwurfziel für mein Google Voice brauche ich sowieso auch eine US-Rufnummer.
Nun ergab es sich allerdings, daß auf diesen Nummern massiv Telefonie-Spam ankam, und, bedingt durch den Zeitunterschied, bei uns zu eher doofen Zeiten. Aber zum Glück gibt es ja Lenny. Lenny hat auch einen YouTube-Kanal und erfreut sich wohl größerer Beliebtheit als Weiterleitungsziel — also sowas ähnliches wie Telefonpaul oder Frank geht ran.
Das Remake von 2015 muß ich mir noch mal ansehen; aber aktuell habe ich eine Lenny-Variante für meine nordamerikanischen Rufnummern laufen, dank Whitelisting kommen die Anrufe, auf die ich Wert lege, dennoch durch ;)
Und auch dies kann man mal ausprobieren: unter 05241-5049305 kann man sich mit meiner Lenny-Inkarnation unterhalten (sie unterscheidet leidlich zwischen direkter Bandansage – es wird direkt irgendwas ein Telefon gebrabbelt, auf einem AB hört man da i. d. R. nur das Ende – und einem hoffentlich lebenden Callcenter-Agent).

Auf­grund der deut­schen Rechts­lage ist das mit dem Auf­zeich­nen, und gar dem Ver­öf­fent­lich­en, nicht so ein­fach — daher auch die klare An­sa­ge bei der deut­schen Va­ri­an­te. Aber wenn ich Spaß ha­ben will, höre ich mir Lenny auf You­Tube an — mir geht’s hier ja nur darum, die ollen An­ruf­ro­bo­ter los­zu­wer­den ;-)

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