IP Everywhere: SAT>IP

Es war mal wieder Zeit für eine neue Baustelle ;-)

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F1 am Strand in 2008, dank VDR & VLC

Ich bin ja seit 2001 VDR-Nutzer (#321), seit also über 15 Jahren kenne und schätze ich diese Möglichkeit, meinen TV-Konsum zu ›orchestrieren‹, wie man neudeutsch wohl sagt. Schon 2008 nutzte ich VDR, um im Urlaub in Italien ein Formel-1-Rennen anzusehen — mit nicht geringem Aufwand, denn Upstream-Bandbreite war damals knapp (heute könnte ich von zuhause locker drei HD-Streams mit jeweils über 10 MBits/sec unbearbeitet in die Welt schicken — und auf der anderen Seite dank HSPA/LTE zumindest einen zur Zeit auch empfangen) und auch die Transcoding-Rechenleistung signifikant. (Hilfreich war natürlich, daß die VDR-Box direkt im RZ stand, Bandbreite auf sendender Seite kein Problem; aber das ist eine andere Geschichte.)
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Der zweite (Multi­switch-/Quad-taug­liche) eigene Multi­switch, RIP 2018.

Kurzum: die Entscheidung, auf DVB-S und VDR zu setzen, habe ich in den Jahren nicht bereut ;)

In der Gegenwart allerdings streikte seit einiger Zeit meine VDR-zentrierte DVB-S-Installation ;-( Aus Zeitmangel habe ich das länger nicht weiter beachtet – die Kids sehen kaum fern und wenn, dann auf Basis des Tele­kom-En­ter­tain-IPTV-An­ge­bots – und ich ziehe mir im Zweifel die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender aus deren Mediatheken. Aber ja, es gab schon länger lästige Störungen, und abends am 11. März haute es dann unvermittelt den FI raus. Nach dem Wiedereinschalten blieb der Keller sicherungsbedingt stromlos, Wiedereinschalten allerdings funktionierte auch dort — sicher auch, weil mittlerweile durch USVen der Einschaltstrom reduziert wurde.

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Hausverteilungen Breitbandkabel und Satellit, Juli 2017.

Am Ende jenes Tages allerdings war klar: den (mittlerweile zweiten) DVB-Multiswitch hat’s zerrissen: meine VDRs empfingen nichts mehr und aus dem Multiswitch-Netzteil kam ein komisches Knackgeräusch. Weiterem Schaden vorbeugend, habe ich das Gerät stromlos gemacht, weitere Ausfälle gab es immerhin nicht.

Um Zeit zu gewinnen, installierte ich flugs einen VDR in einer VM, um darüber das IPTV-Angebot übergangsweise zu nutzen — leider ist das doppelt-kodierte DVB-IP-Signal (welches aus der DVB-S-Quelle zentral für Entertain de- und wieder neu kodiert wird) in der Regel massiv schlechter als das DVB-S-Orginal, weshalb ich nach wie vor auf DVB-S setze. Bei der Suche nach dem aktuellen Entwicklungsstand stolperte ich über SAT>IP und darüber, daß die FritzBox 6490 vier DVB-C-Tuner eingebaut haben solle, die über das Sat-IP-Plugin ansprechbar seien. DAS klang natürlich interessant; bislang hatte ich »SAT>IP« als Spielkram abgetan, zumal vor ein paar Jahren die DVB-nach-SAT>IP-Umsetzer ziemlich teuer waren, deutlich teurer als DVB-S-Karten/-USB-Adapter.

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Lieferung ohne In­halt — ty­pi­scher Ama­zon-Fail :-(

Aber eine Baustelle nach der anderen; über Entertain war ich nun wieder in der Lage, a) am Laptop fernzusehen und b) Aufnahmen vorzunehmen — im Grunde wie zuvor über DVB-S, einzig der EPG, sprich die »was-läuft-wann«-Information war steinzeitlich: bei »DVB-IP« kommen schein’s nur »now & next«, also Infos zur aktuellen wie zur nächsten Sendung auf dem jeweiligen Kanal, mit. Das macht dann komfortable »nimm jede Sendung mit dem Titel XYZ auf, wenn sie zwischen 20 und 24 Uhr in ZDF-Kanäl­en kommt«-Pro­grammier­un­gen fehler­anfällig, da z. T. nur 15 Minuten Vorlauf (z. B. der Sonntags-Tatort um 20:15) bestehen. Aber für die paar Tage bis zur Lieferung eines Multiswitch-Ersatzes sollte das reichen. Jenen suchte ich ebenfalls noch Sonntagabend aus, sodaß er Dienstag hätte ankommen sollen. Hätte, denn Amazon verschickte den erwählten Multiswitch in der Verkaufsverpackung — bei der, schüttelt man den Karton etwas, flugs der lose Inhalt, physikalischen Gesetzen folgend, den Karton öffnet und diesem entfleucht. So kam also eine bis auf Anleitung und Netzteil leere, von DHL »umverpackte«, Kartonage an. Also noch ein weiterer Tag Leerlauf an dieser Stelle. (Randbemerkung: so schön es ja ist, daß Amazon den Schaden stumpf auf sich nimmt — ich bestelle Dinge ja nicht, um Reklamationsspaß zu haben, sondern, um die Ware zum benötigten Zeitpunkt in den Händen zu halten. Zumal, hätte ich die Ware erst am Mittwoch haben wollen, hätte ich gleich das Kaskadierungsmittel- statt des -endstücks bestellt. Hrmpft.)

Und so wurde ich neugierig auf SAT>IP. Ein kurzer Klick bestätigte, daß die eigene 6490 tatsächlich 4 Programme parallel über RTSP liefern könnte. Ernüchterung dann, als ich das im VDR ausprobierte: die AVM-SAT-IP-Im­ple­men­tation läßt nur 1 Stream per An­frage-IP zu — und mit nur 1 Tuner funktioniert VDR zwar, aber eben nicht gut. Aber zum Proof-of-Concept reichte es; kann man sich mal für später merken …

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Der dritte (Multi­switch-/Quad-taug­liche) eigene Multi­switch, diesmal 9×16 (2 Sa­tel­lit­en + Dach­an­ten­ne, 16 Aus­gän­ge) statt 17×8 …

… und »später« war dann doch relativ kurz danach: am Mittwoch nach dem Multiswitch-Ausfall kam endlich die Ersatzlieferung der Ersatzbestellung an, allerdings dauerte es dann doch bis zum Wochenende, bis ich den neuen Multiswitch an die Decke dübeln konnte — Schlagbohren nach 22 Uhr ist nicht sonderlich nett. Und ernüchtert feststellen mußte, daß es mindestens einen USB-DVB-S2-Adapter zerrissen hat, evtl. auch mehrere. Auch tat der Fernseher (mit DVB-S2-Empfangsteil) im Zimmer von K1 nach wie vor nicht — WTF?!

Ich brauchte nun also Testequipment – sprich einen billigen DVB-S2-Reciever – und neue DVB-S2-USB-Adapter — denn trotz neuem Multiswitch konnte mein DVB-S-VDR nur noch CNN und andere, vertikal polarisierte, Sender empfangen. Die zweite USB-Tuner-Box zeigte weder LEDs noch sich am USB; jene scheint’s komplett zerlegt zu haben :-( Aber hat’s wirklich das Empfangsteil in K1s TV zerlegt, oder ist noch was anderes faul? Anfang März 2018 nahm mein VDR ja noch auf …

Ich wollte nun nicht direkt vier neue DVB-S2-USB-Boxen kaufen, denn mit ca. 70 EUR/Stück sind sie nicht sonderlich günstig, und den einschlägigen Wikis/Foren nach ist, was in 2018 auf dem Markt ist, kaum noch linuxseitig unterstützt :-( Und das ist leider ein generelles Muster; insofern ist es ggf. Zeit, über SAT>IP eine Abstraktionsebene einzuziehen, die mir meine Flexibilität läßt, ohne daß ich auf linux-spezifische Treiber setzen/warten muß.

Nach kurzer Marktsondierung fiel die Wahl auf einen Xoro HRS 2670 LAN, der bei der freundlichen Amazone keine 40 EUR kostete – weitaus günstiger als USB-DVB-S2-Adapter – und dabei einen SAT>IP-Server an Bord hatte, einsetzbar z. B. im Wohnzimmer als Kombigerät »direkter DVB-S2-Receiver und SAT>IP-Quelle für den Wohnzimmer-VDR« weitergenutzt werden könnte.

Und wieder einmal abkürzend: das Problem mit K1s Fernseher konnte, dank des Receivers und neuen Kabeln, auf das verwendete SAT-Koax-Kabel zurückgeführt werden. Die mechanische Belastung durch den TV-Wandhalter – genauer: die dadurch möglichen Bewegungen – hat offensichtlich die Kabelverbindung negativ beeinflußt. Das »K1-Problem« hatte insofern mit dem DVB-S-Empfangsproblem nichts zu tun. Ein neuer USB-DVB-S2-Tuner hat allerdings im Keller nichts zur Empfangsverbesserung beigetragen.

Grundsätzlich scheint der Austausch des Multiswitches also zweckmäßig gewesen zu sein — mein DVB-S-VDR empfängt aber nach wie vor nichts?