Feinstaub, Sensor, Netzwerk

IoT ist ein aktuell gehyptes Schlagwort, aber in der Tat bietet die Vernetzung von $Geräten über das $Internet ganz neue Möglichkeiten — auch im Umweltschutz bzw. -monitoring.

Über den Makerspace GT wurde ich (wieder einmal) auf die Luftdaten-Initiative auf­merk­sam, die eine Einkaufsliste für einen Feinstaubsensor “Plus” bereithalten. “Plus”, weil man an den Microcontroller (der per WLAN sich ins Netz verbindet) auch weitere Sensoren anschließen kann; in meinem Fall z. B. einen Luftdruck-, Temperatur- und Luftfeuchte-Sensor. Die Gerätschaften kosten in China quasi nichts, in Europa – dank findiger Bedarfsdecker – eher mindestens das Doppelte. Nachteil der Bestellung in China via AliExpress: Express-Lieferung (wenige Tage) kost’ extra, normale Lieferzeit sind ein paar Wochen (lies: drei Wochen aufwärts). Aus Kostengründen sollte man beachten, daß ab ~26 EUR Sendungswert (d. h. inkl. Versandkosten) Zoll fällig wird; ob es auch ökologisch ist, mehrere kleine, zollfreie Pakete zu bestellen, steht auf einem anderen Blatt …

Da mein Abwarte-Gen manchmal ziemlich schwächelt, nutzte ich die Möglichkeiten als Kunde der großen Amazone; Montag morgen, teils per kostenpflichtigem »Next Day Service«, bestellt, hatte ich die nötigen Teile zwar nicht am Dienstag, dem Tag vor dem Feiertag, in den Händen, aber zumindest am Donnerstag — da zu jenem Zeitpunkt auch reguläre Lieferungen pünktlich gewesen wären, wird dieses Logistik-Desaster a) hier noch gewürdigt werden und b) ein servicetechnisch-kaufmännisches Nachspiel haben. Anyway …

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Fein­staub-Sen­sor gem. luft­daten.info — noch auf den Schreib­tisch.

Der Zusammenbau der Komponenten ist, wie versprochen, ziemlich einfach, das Röhrchen zur Lufteinsaugung muß ich allerdings noch besorgen.

Meinem “Umgebungsdatensensor” (BME280) mußte ich allerdings doch noch mit dem Lötkolben nahe kommen: die Steckerleiste mußte noch auf die Miniplatine gelötet werden. Nichts großes, aber, nunja, Feinlötkolben, Elektronik-Lötzinn und eine ruhige Hand braucht man schon zum Zusammenbau — bis auf die ruhige Hand gibt’s auch das alles notfalls von der Amazone. Oder im Makerspace ;-) Davon ab, sind, nach dem Flashen der Firmware, tasächlich nur 2x 4 Kabel richtig zu verbinden, und schon …

Screenshot

It works!

… hat man sein Erfolgsgefühl: der eigene Feinstaubsensor funktioniert! Standesgemäß natürlich über’s Freifunk-Netz …

Allerdings zeigen sich dann auch schnell erste Probleme Herausforderungen: die Firmware ist wohl eher ausgelegt auf Sensoren, die im Heimnetz angemeldet sind. Also einem zugangskontrollierten Netzwerk, ohne Spielkinder.

Screenshot

Übersichtsseite des Sensors.

Ich habe meinen Sensor aber im Freifunk-Netz angemeldet – wie das auch zukünftig geplant ist –, und hier wird es dann kompliziert: Zur Konfiguration muß man mindestens einmal per Web auf den Sensor drauf (zumindest, wenn man nicht nur genau SDS011 und DHT22 verbaut hat) — allein, wie findet man die IPv4-Adresse im Freifunk-Netz raus?

Dann: es gibt keine Authorisierung für den Webzugriff (bzw. es gibt den wohl, betrifft dann aber, soweit ich das bislang überblicke, auch die API?) — was in einem un­ver­schlüs­sel­ten Netz bei un­ver­schlüs­sel­tem Web­zu­griff eh’ nur begrenzt hilfreich ist. Über die Web­ober­fläche kann man aller­dings die Kon­fi­gura­tion ändern (u. a. auch das WLAN) und den Sensor neu starten — das müßte für einen Ein­satz mit Frei­funk als Zu­gangs­netz noch ir­gend­wie sinn­voll an­ge­paßt werden. Auch schade: augen­schein­lich keine Un­ter­stütz­ung von IPv6 — somit keine (direkte) Ab­frage von außer­halb des Frei­funk-Netzes mög­lich (bei der Web­ober­flächen­situa­tion vielleicht auch erst einmal besser so).

Aber zumindest Teile davon sind hoffentlich per Firmware adressierbar — vielleicht meldet sich ja jemand, der mit der Platt­form (NodeMCU ESP8266) und/oder der Fein­staub­sensor-Firmware schon etwas Erfahrung hat?

Nachtrag: Basic Auth zieht nur bei den Konfigurationsseiten, außerdem kann die Firmware an einen eigenen Datensammler (/data.php) als auch an eine Influx-DB senden. Fehlt nur noch die Wiederauffindbarkeit im Freifunk-Netz vor der Massentauglichkeit.

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