Hipster :-(

Je länger ich mit »IT« zu tun habe, desto banger wird mir um Gebäude …

Manchmal frage ich mich wirklich, was einige der heutigen Hipster später mal werden wollen. 2010 wurde ich an Puppet herangeführt. Daß aus Version 0.26 über Nacht Version 2.6 wurde: geschenkt. Was Puppet seit 2010 aber nicht auf die Reihe bekommt: Kompatibilität zu sich selbst, vor- wie rückwärts.

Mein adaptierter Code, seinerzeit für Ubuntu 14.04 LTS geschrieben (es mag noch ein Puppet 2.x gewesen sein), tat, mit Warnungen, auch noch unter Puppet 3.x, was Ubuntu 16.04 LTS mitbrachte. Aber Puppet 5.x auf Ubuntu 18.04 LTS ist dann der Punkt, an dem es nicht weitergeht: »Error: Evaluation Error: Illegal Resource Type expression, expected result to be a type name, or untitled Resource, got String« heißt der Stinkefinger, an dem ich nicht vorbeikomme.

Faktisch ist also all der Puppet-Code, denn ich in den letzten 2 Jahren geschrieben habe, für die Tonne, denn bei Puppet 5 bedeutet “rechts” nun nicht “links”, sondern “linksseitig”, oder so …

Was ich nicht verstehe: warum verstehen SIE nicht, daß mir Konzepte, Stilmittel oder auch Schönheit ihrer DSL gediegen am Arsch vorbeigehen? Ich nutze weder Puppet, Python oder Bash, weil ich das jeweils für das geilste seit geschnitten Brot ansehe — ich nutze es, weil ich entweder in diese Jauchegrube geworfen wurde oder aus Selbstschutz versuche, gerade gut genug zu sein, nicht reinzufallen.

Es ist ein verdammtes Tool, und so sehr ich keinen Sex mit meinem Haustürschlüssel haben werde, nur weil er mir mehrfach täglich ermöglicht, mein Heim zu betreten, werde ich auch quasi nie eine Liebesbeziehung zu einer domain-specific language aufbauen, nur weil sie mir prinzipiell das (Arbeits-) Leben erleichterte — oft nur für 30 Minuten, aber nunja.

Seriously, wenn die Halbwertzeit von DSLs schon in den 70ern bei dem Allzeittiefsstand, den wir nun haben, gelegen hätte: es gäbe keinen “/bin/sh-Standard”, “ifconfig”, “route” oder “netstat” würde niemand kennen, weil jedes OS sein eigenes, von 12 bis Mittag reichendendes, Süppchen kochen würde. (Ok, ja, die Linuxfraktion kündigt derlei Konsens grade ab, einerseits mit einem krebsartig wuchernden Geschwür »systemd«, andererseits mit dem Ersatz von z. B. “ifconfig” oder “route” durch andere Tools :-()

Rabäh! Ich will meine späten 90er zurück, als noch alles cool und funktional war!

One thought on “Hipster :-(

  1. Sehe ich genau so! Es nervt mich tierisch, es kostet so viel zusätzliche Arbeit=Zeit weil irgendwelche Befehle die 3 Jahre funktioniert haben plötzlich nicht mehr gehen, und es gibt häufig keine logische Begründung bzw. Dokumentation. Ich versuche so viel wie möglich selber mit bash zu Scripten damit es einfach funktioniert. Ich befürchte aber es wird auch unter Linux noch schlimmer werden.

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