Wie aus einem GBit ein MBit wurde bei »CableMax 1000«

Nachdem es mit FTTH hier nichts zu werden scheint, wollte ich also meinen Kabelanschluß auf Gigabit-Geschwindigkeit (zumindest kommend) bringen. Ihr ahnt es: es kam anders …

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Trotz Erweiterung des Ausbauplans: kein FTTH :-(

2020 begann netzpolitisch und -technisch mit einem Rückschlag: trotz Verlängerung der Frist wurde die Abschlussquote von 35 Prozent nicht erreicht — in keinem der beiden Ausbaugebiete. Dabei hatten die Stadtwerke tatsächlich die Ausbauplanung geändert und unser MFH sowie den benachbarten Neubau noch einbezogen. Aber es kamen im Plangebiet keine 35% Anschlußwilligen zusammen; bezüglich Glasfaser hört man nun hier nichts mehr — und mit der Ende Februar gestarteten »GBit-Aktion« von Vodafone (»Unitymedia ist jetzt Vodafone«) dürften die wirklich interessieren Nutzer nun auch noch wegfallen, denn die haben sich im Zweifel das, preislich unschlagbare, 1000/50-Angebot von Vodafone in »Coax-Glasfaser-Technik« gesichert.

Auch ich hatte dies vor, weniger aus Frust wegen FTTH, sondern aus ganz handfesten Gründen: Vodafones Tarif »CableMax 1000« kostet etwas mehr als die Hälfte des aktuellen »Unitymedia 2fly 400«-Tarifs, sofortiger Wechsel ist kostenlos möglich (neue MVZ startet), bestehende Optionen bleiben erhalten (das wäre bei mir die »Telefon Komfort«-Option (3 Nummern, 2 ›Leitungen‹) inkl. Fritzbox (nun 6591 statt 6490) und, basierend auf »TKO«, DualStack statt DS-Lite).

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MBit statt GBit — der aktuelle Status seit 2020-03-04.

Mehr als doppelter Down-, mehr als doppelter Upstream, Beibehaltung meiner Rufnummern und von DualStack, und das für weniger Geld als zuvor und ohne Umstellungsgebühren — ein No-Brainer, oder?

Um die Geschichte abzukürzen, Ausgangslage: eigene 6490 an Kabelanschluß, gebucht 400/20, provisioniert 450/22 MBit/sec. »Telefon-Komfort Option« (»TKO«) gebucht, darüber DualStack (natives IPv4 sowie IPv6); 3 portierte Telefonnummern per SIP von Unitymedia, Telefonflatrate ins dt. Festnetz, 2 ›Leitungen‹.

Online Produktwechsel beauftragt, am 21.02. erfolgt Bestätigung, Umstellungstermin 05.03. — allerdings wurde aus »TKO« »Zweite Leitung«, ein folgenschweres Detail.

Zusendung »Vodafone Station (Arris)« am 22.02. statt Fritz!Box 6591, Reklamation per Fax.

Am 04.03. gegen 22 Uhr offensichtlich Umstellung von DualStack auf DS-Lite (weiterhin 450/20) und von 3 auf 2 Rufnummern. Nach Reboot der eigenen 6490 am Abend des 05.03.: 1,1/0,2 MBit/sec-Provisionierungsmodus. 6490 von UM: dito. Vodafone Station: nicht probiert, da Gerät nicht nutzbar. Reklamation per Fax am 05.03. und 06.03.; Hinzuziehung von @vodafoneservice auf Twitter am 05.03. — @UnitymediaHilfe hat Nachricht vom 28.02. in den Übergangswirren – »Unitymedia ist nun Vodafone« – wohl nicht mehr wahrgenommen :-(

Am 09.03. meldet sich @vodafoneservice immerhin:

Hey, ich entschuldige mich in aller Form bei Dir. Ich habe jetzt für Dich selbstverständlich die Komfort Option wieder eingebucht und die Aktivierungsgebühren auch erlassen. Der Auftrag ist aber auch wegen der aktuellen Lieferprobleme der 6591 auf vier Wochen terminiert. Du bekommst auch eine Mail zu diesem Auftrag.

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Das »bessere« Produkt ist übrigens »Vodafone CableMax 1000« …

Nachfrage, meine 6490 für diese Zeit wieder zu provisionieren, um TKO und Internet (mit 450/20) solange weiter nutzen zu können: keine Antwort mehr am 09.03. Meine 3. Rufnummer (die hat Unitymedia schon initial bei der Portierung weg von 1&1 vergessen) ist nach wie vor nicht im Portal gelistet — augenscheinlich will man das tatsächlich erst am 06.04.2020 beheben, mich also 1 Monat offline lassen‽

Zudem: die Umstellung auf »CableMax 1000« ist ja schon erfolgt, allein, Vodafone kann derzeit keine 6591 liefern (Amazon schon, Lieferung für 10.03. vorgesehen). Aus Forenbeiträgen ist ersichtlich, daß Vodafone durchaus »Routerfreiheits«-6490er auf »CableMax 1000« umstellt, dort aber mit dem Euro-DOCSIS 3.0-Gerät Fritzbox 6490 Cable nur 450/20 nutzbar wären.

Das würde mir ja reichen, bis VF die vertraglich vereinbarte 6591 liefert/liefern kann. Aber Flexibilität scheint auch bei Vodafone, steckt der Karren erst einmal im Dreck, Mangelware zu sein.

Und so genieße ich 1,1 MBit/sec ohne Internetzugang statt 1000 MBit/sec wohl noch bis in den April hinein. Megafail, imho.

3 thoughts on “Wie aus einem GBit ein MBit wurde bei »CableMax 1000«

  1. Au weia! Sobald ich in 2022 Glasfaser über Lünecom bekomme, wird mein Telekom Hybrid Anschluss schön weiterlaufen.. Redundanz hilft bei den Providern ungemein.

    • Wem sagst Du das? ;)

      wusel@ysabell:~$ traceroute 8.8.8.8
      traceroute to 8.8.8.8 (8.8.8.8), 30 hops max, 60 byte packets
      1 192.168.5.33 (192.168.5.33) 0.167 ms 0.191 ms 0.170 ms
      2 192.168.177.1 (192.168.177.1) 0.502 ms 0.528 ms 0.557 ms
      3 62.155.242.231 (62.155.242.231) 9.145 ms 9.113 ms 9.090 ms
      4 217.5.116.90 (217.5.116.90) 15.636 ms 15.804 ms 15.797 ms
      5 80.150.170.30 (80.150.170.30) 15.963 ms 16.140 ms 16.376 ms
      6 108.170.252.65 (108.170.252.65) 18.628 ms 108.170.251.193 (108.170.251.193) 14.879 ms 15.105 ms
      7 216.239.40.235 (216.239.40.235) 15.338 ms 74.125.37.99 (74.125.37.99) 14.546 ms 66.249.95.31 (66.249.95.31) 15.175 ms
      8 dns.google (8.8.8.8) 14.651 ms 15.655 ms 15.340 ms

      Ist aber dennoch doof, das FB-VPN zu $AG läuft über den Kabelanschluß (da gleicher Anbieter, also optimierter Weg). Und trotz Frage/Bitte an @vodafoneservice gestern, meine 6490 wieder zu provisionieren, ist der Anschluß weiterhin unbenutzbar. *seufz*

  2. Pingback: Vodafone verspricht, liefert aber nicht | blogdoch reloaded

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