Die Einschläge kommen näher

Kinder, wie die Zeit vergeht; das erste Quartal 2020 ist schon wieder Geschichte, und so manches, was ich in 2020 anzugehen mir vorgenommen habe, dümpelt doch noch vor sich hin.


(Bitte jetzt das Video abspielen, es bildet den akustischen Rahmen des Beitrags, während Ihr weiterlest, danke!)

So hatte ich mir Ende letzten Jahres eigentlich vorgenommen, zum Jahreswechsel manche Themen in ein neues Blog auszulagern. Ich stelle seit Beginn des nächsten Lebensabschnitts vermehrt fest, daß ich insbesondere nicht mehr die Geduld aufzubringen bereit – oder fähig – bin, bei Themen, die mich nun grob drei Jahrzehnte begleitet haben, irgendeine Umsetzungsverzögerung hinzunehmen. »Grumpy Old Me« hat sicher andere Vorstellungen davon, wie die Welt sein sollte, als meine Nach­fahren … Dinge, die mir vor zehn Jahren noch eher egal waren, bringen mich, ob des mangelnden sachlichen Fortschritts, heute auf die Palme. Oder kurz: »›APO: reloaded‹ incoming!«

Anyway, während ich noch mit dem Schicksal hadere und damit, meinen Kram nicht auf die Reihe zu bekommen, schlägt jenes zu, mehrfach.

Anfang März trifft es Thomas Wieske, mit dem ich seit den frühen Neunzigern erst netztechnisch, über die Zeit auch freundschaftlich, verbunden war: Nachruf.
Ende Dezember habe ich mir – im Nachgang eines RZ-Einsatzes für meinen Brötchengeber – die Zeit genommen – nach einer Handvoll theoretischer Möglichkeiten im Jahr 2019 – für einen kurzen Besuch, und einerseits einen Ex-IS-Kollegen wiedergesehen als auch, später, mit Thomas über die alten Zeiten gesprochen, über Klimaanlagen, Beleuchtungspanele und über Fritzboxen/SIP … Über das, worüber ›Geeks‹ halt so reden, wenn sie vom hundertsten ins tausendste kommen ;-)

Es fällt mir noch immer schwer, seinen Tod zu akzeptieren, denn das Letzte Zusammentreffen war eben nicht von Dunklen Schatten gezeichnet. Die Zukunft lag vor uns, und sie war voller Pläne …

Gut einen Monat später ist es der ehemalige Kollege Sven Weise, der frühzeitig abberufen wurde: Nachruf.
Seit meinem Ausscheiden aus dem Unternehmen, was einmal mediaWays war, hatte ich mit Sven nicht wirklich viel zu tun, aber dennoch fühlt es sich komisch an, daß da wieder einer, den man kannte, nicht mehr ist. Und jetzt, rückblickend, fühlt sich sein letzter Tweet so prophetisch an, wenngleich das hoffentlich ein Zufall ist:

Wie an anderer Stelle jeweils kundgetan: R. I. P, Jungs!

Ich hoffe, die beiden sind nur statistische Ausreißer – der eine gut zehn Jahre älter, der andere wenige Jahre jünger als ich –, aber ja, ich weiß, daß ich ihnen folgen werde. Irgendwann, aus meiner Sicht hoffentlich erst in der weit entfernten Zukunft (50+ Jahre). Und wahrscheinlich sollte ich meinen Lebensstil ändern, um jenes Ziel überhaupt erreichen zu können, also weniger Fleisch, weniger Nervengifte, mehr Schlaf, mehr Ruhe, …

Soweit die Theorie. Wird jemand mir einen Nachruf widmen? (Seriously, daran denkst Du‽) Habe ich alles geregelt? (Nein, Honk, das Berliner Testament, Organentnahmne- und Patientenverfügung liegen seit wievielen Jahren auf Deinem Schreibtisch? Feigling! Worauf wartest Du‽) Vielleicht ist es doch an der Zeit, sich der Endlichkeit der eigenen Existenz zu stellen — schließlich ist »Life suxx! You’ll never get out of it alive.« schon lange Wahlspruch.

Was immer Ihr tut: bleibt gesund!

2 thoughts on “Die Einschläge kommen näher

  1. So Burschi, nun mal wieder den Kopf hoch und nach vorne geschaut. Mein Vater ist gestern 80 geworden, mein Großonkel ist 94.

    Ja, es gehen Menschen aus unserem Leben, und dass nicht erst 2020. Schon mit Mitte 20 durfte ich GUTEN – gleichaltrigen – Freunden das letzte Geleit geben. Der Abgang von thw und Sven ist hart, aber UNS wird diese Welt noch nicht so schnell los. Auch wenn Du es bislang (in den letzten Monaten) meist geschickt geschafft hast mir aus dem Weg zu gehen: Die letzte gemeinsame Gerstenkaltschale ist noch lange nicht getrunken, der Hopfen nichtmal geerntet.

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