Prioritätensetzung

Manchmal frag ich mich ja schon …

Bei ${AG}-2 habe ich eine Software namens »synergy« genutzt, um vom Linux-Desktop (3 Monitore) zwei weitere Systeme (Windows-PC (für SAP) und Sunray — der wohl gealterte Leser erahnt die Ära) mit nur einem Satz von Tastatur und Maus zu bedienen.
Ja, es war unverschlüsselt und über die Jahre mußte per SSH-Tunnel die Kommunkation auch im LAN abgesichert werden; dennoch war es eine immense Erleichterung, es funktionierte Klasse — insbesondere klappte die Übertragung der »Modifier«, also Shift, Alt, AltGr und, IIRC, sogar die Besatzertasten funktionierten gen Windows.

Die folgenden Jahre hatte ich nicht die Notwendigkeit — aber dann kam Corona, Homeoffice und so.

Ausgangsszenario: Privater Desktop mit Debian Buster (derzeit “stable”) als Synergy-Client (fernbedientes System), Firmenlaptop mit Ubuntu Xenial (16.04 LTS) als Synergy-Server. Debian Buster hat kein synergy-Package, daher wurde das Xenial-1.8.8-Package installiert — neu für mich war die grafische Konfigurationsoberfläche, klares nice-to-have. Funktion war gegeben, zumindest »@« war eingebbar auf dem Client.

Update Laptop auf Ubuntu Bionic (18.04 LTS). »@« ist nicht mehr auf dem Client eingebbar. Merkste im Zweifel erst nach Tagen. Hrmpft.

Recherche ergibt: Problem bekannt seit 2015 — und nicht gefixt. Weitere Recherche ergab, daß Downgrade auf dem Client funktionieren soll.

Update Desktop von Debian Buster (stable) auf Debian Bullseye (testing): synergy wird deinstalliert. WTF‽ Augenscheinlich Generationswechsel QT4 zu QT5 => Ubuntu 20.04 LTS kennt auch kein synergy-Package mehr.

Nun Installation aus dem git-Repo von 1.7.5 auf dem Debian-System. Und siehe, ›@‹, ›[‹, ›€‹ sind wieder eingebbar.

Und dann liest man den Blogeintrag »We Are Putting UX First« der synergy-Mutterfirma und denkt sich … seinen, nicht zitierfähigen, Teil.

Ich meine, ernsthaft‽ Synergy ist an sich vollkommen UX-los; man kodifiziert das Setup einmalig in einem grob menschenswürdigen Format, und das war’s.

Und – anstatt die ›long standing bugs‹ zu addressieren – einen User Experience-, sprich Frontend-Idioten, zu verpflichten, setzt die Prioritäten vollkommen falsch. Hrmpft.