Ausrichtung der Kanonen: Eskalation v2

Süß: eine Woche nach dem Beginn der vertragswidrigen Drosselung auf 6/0,6 MBit/sec schickt Vodkafone eine Rechung für den 1000/50-MBit/sec-Zugang.

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Dreist: obwohl seit dem 08.06.20 vertragswidrig nur 6/0,6 MBit/sec geliefert wird, berechnet Vodafone am 15.06. die virtuelle Leistung von 1000/50.

Dann soll es wohl so sein: nachdem Vodafone trotz Fristsetzung am 15.06.2020 die vertragliche Bandbreite nicht wiederhergestellt hat, ist nun die Anzeige wegen Betrugs unumgänglich. Denn mit Datum des 15.06.2020 fordert Vodafone den vollen Dienstpreis, wohl wissend, daß sie seit dem 08.06.2020 nur noch einen Bruchteil – 0,6 Prozent(!) im Down-, 1,2 Prozent im Upload – der vereinbarten Bandbreite liefern.

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Vodafone reduziert die Bandbreite vertragswidrig, versucht aber die volle Summe abzukassieren? No. Fscking. Way.

Es ist ja nicht so, als ob ich nicht mit offenen Karten spielen würde; so schrieb ich kurz nach Mitternacht morgens am 15.06.2020 an »Vodafone, Customer Security, IT-Sicherheit & Abuse«:

Werter unbekannter Texter,

mitnichten haben Sie irgendeinen Nachweis erbracht, daß _dieser_ offene Port 5353 mißbraucht werden kann. Wie Ihnen wiederholt mitgeteilt – und was Sie schon längst selber hätten verifizieren können –, unterliegt der Port einem Ratelimiting. Ein Mißbrauch als Reflektor ist somit auf wenige Pakete je anfragender IP begrenzt. Abschnitt 3, Punkt 3.7, der AGB …

3.7 Bei missbräuchlicher Nutzung des Internetdienstes gemäß der vorstehenden Regelungen und/oder bei Verstößen gegen geltendes Recht ist der Kabelnetzbetreiber zur Sperrung bzw. Löschung der Inhalte und/oder fristlosen Kündigung des Vertragsverhältnisses berechtigt. Das gleiche Recht steht dem Kabelnetzbetreiber auch in begründeten Verdachts-fällen sowie bei einer Gefährdung des Breitbandnetzes des Kabelnetzbetreibers oder des Internets zu.

… zieht daher mangels »Gefährdung des Breitbandnetzes oder des Internets« nicht: Ihre Bandbreitenreduktion geschieht somit vertragswidrig, Ihr Verhalten ist alles andere als gesetzeskonform.

Ich gehe daher davon aus, daß Sie unverzüglich die vertraglich zugesicherte Bandbreite wieder schalten sowie Ihr Billing über Ihre unzulässige Unbrauchbarmachung des Anschlusses für aktuell 7 Tage informieren.

In diesem Sinne einen schönen Wochenbeginn.

Nachdem Vodafone einerseits am 15.06.2020 die vertragswidrige Bandbreiten­reduzierung nicht aufhob, andererseits am 15.06.2020 eine Rechnung über die reguläre Zugangsleistung stellte, ist §263 StGB – Betrug – erfüllt:

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
[…]

Vodafone denkt, vertragswidrig, nicht dran, die gebuchte Leistung bereitzustellen, stellt aber die gebuchte Leistung vollumfänglich in Rechnung. Mir ist nur noch unklar, ob ich die Betrugsanzeige bei der lokalen Staatanwaltschaft machen kann oder dies am UM-Firmensitz machen muß — weiß das wer? Auch die kommentarlose Weigerung, trotz wiederholter Aufforderung, das aufgelaufene Guthaben auszuzahlen, spricht Bände. Dann halt auf die Behördentour.

2 thoughts on “Ausrichtung der Kanonen: Eskalation v2

  1. “Mir ist nur noch unklar, ob ich die Betrugsanzeige bei der lokalen Staatanwaltschaft machen kann oder dies am UM-Firmensitz machen muß”

    Da offenkundig kein Anfangsverdacht einer Straftat besteht und das eine schnelle Erledigung per Textbaustein ist, ist das eigentlich egal. :)

    Wenn Du ausprobieren willst, wessen Dickkopf am Ende weniger Beulen davonträgt, wirst Du das auf dem Zivilrechtsweg klären müssen. Dafür ist er da.

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